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Interner oder externer Datenschutzbeauftragter (DSB)

Natürlich liegt es für die Unternehmensleitung nah, eine Person aus dem Kreis der eigenen Mitarbeiter zum internen Datenschutzbeauftragten zu benennen. Für diese Entscheidung könnte es folgende gute Gründe geben:

 

Pro/Contra “Interner Datenschutzbeauftragter”

 

Pro

Contra

- sofort verfügbar / einsetzbar

- hat eigentlich eine andere Aufgabe

- kennt das Unternehmen gut

- ggf. subjektive Sicht; Betriebsblindheit

- handelt eher im Firmeninteresse

- arbeitet nicht unabhängig im DS

- wird bereits bezahlt

- Arbeitszeit geht verloren; Weiterbildung

- kann sich selbst in den DS einarbeiten

- hat i.d.R. weder Zeit noch Interesse am DS oder an entsprechender Fortbildung

 

Leider gibt es noch mehr Contra:

Abberufungsschutz: Ein einmal bestellter interner Datenschutzbeauftragter kann nicht mehr “abbestellt” werden - einmal interner DSB .. immer interner DSB [siehe § 4 f Abs. 3 Satz 4 BDSG, § 626 BGB].

Kündigungsschutz: Der interne DSB kann während der Dauer seiner Bestellung nicht entlassen werden [siehe § 4 f Abs. 3 Satz 6 BDSG, § 626 BGB].

Gehaltserhöhung: In der Regel verlangt ein Mitarbeiter für diese zusätzliche Tätigkeit eine höhere Vergütung.

Auswahl: Der interne DSB darf weder der Geschäftsführung angehören, noch ein leitender Angestellter sein. Er muss zuverlässig, konfliktfähig und organisiert sein. Außerdem sollte er über didaktische Fähigkeiten und psychologisches Einfühlungsvermögen verfügen.

 

Wenn der interne DSB …

… bedingt durch das Angestelltenverhältnis von der Geschäftsführung beeinflusst wird, ...

… sich durch seinen Werdegang und seine Erfahrung nicht eignet,  …

… nur unzureichend im Datenschutzrecht ausgebildet war, …

… zu wenig Zeit für die Arbeit am Datenschutz aufwendet, ...

... dann haftet der Geschäftsführer.

 

Natürlich kostet die Dienstleistung eines externen DSB Geld:

Jedoch sind diese Kosten eher niedriger, als der Wert der “verlorenen” Arbeitszeit (durch die Arbeit als interner DSB + Fort- und Weiterbildung). Außerdem erhält man mit dem externen Datenschutzbeauftragten eine ausgebildete, informierte und motivierte Person - die viel Datenschutz Know How von anderen Mandanten mitbringt - für vergleichbare Kosten. Nicht zu vergessen: Einen externen DSB kann man “entlassen”, wenn man unzufrieden ist.